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Von Heiner Lindgens

Geburtsklinik Grevenbroich schliesst

Ab heute ist die Geburtenstation der Rheinland-Kliniken in Grevenbroich geschlossen. Das Managment bemüht sich zu beschwichtigen. So heißt es, dass die Schließung "vorläufig" erfolge. Begründet wird diese Maßnahme mit Personalmangel. Die Corona-Krise hätte diese Situation noch verschärft. Gleichzeitig wird besonders betont, dass es zu "keinen Entlassungen" kommen werde. Wie tröstlich bei "Personalmangel"! Nun rächt sich, dass das das Gesundheitssystem zum profitablen Geschäftsmodell umgebaut wurde. Kostensenkungen treffen zu erst das Personal. In der Industrie wird dies als "Rationalisierung" bezeichnet. Im Gesundheitsbereich wird es mit "Fallpauschalen" umschrieben. In der Folge bedeutet dies mehr "proftiable Fälle" und weniger Personal. Die Krise kam nicht über Nacht. Sie ist hausgemacht. Das Personal ist schon lange an der Leistungsgrenze. Und nicht erst seit "Corona". Stress und Burnout sind die (lebensgefährlichen) Folgen. Die Rekrutierung von Nachwuchskräften wird zum Krisenmanagment.
Zu viel Bürkratie bei duzenden Krankenkassen, zu wenig Gehalt für das wenige Personal. Dafür Überstunden "bis der Arzt kommt". Da hilft auch kein "Beifall vom Balkon"! Auch nicht für die werdenden Mütter in Grevenbroich und Umgebung!
Ein weiteres Argument für die "vorläufige" Schließung, sind die niedrigen "Fallzahlen". Ein ganzes Entbindungsteam, so die Argumentation, für eine oder sogar keine Geburt am Tag vorzuhalten, wäre nicht verantwortbar. Auf die örtliche Feuerwehr übertragen würde dies bedeuten: "Legt mehr Brände, sonst müssen wir die Feuerwehr abschaffen! Krankenhäuser sind für die Menschen da! Sie haben die Aufgabe Menschenleben zu retten und "kleine Menschen" auf die Welt zu holen. Dafür brauchen wir gutes Personal was gute Arbeitsbedingungen vorfindet und gut bezahlt wird.
An dieser Stelle bedanke ich mich ausdrücklich für die sehr gute Arbeit des "Geburtsteam" im Krankenhaus Grevenbroich. DANKE!

 

SBN-Journal

Übrigens.....

für Bildung sieht der aktuelle SGB II-Regelsatz (Hartz IV) monatlich 1,61 € vor. (In Worten: Ein Euro und einundsechzig Cent-MONATLICH!