Presse

Wir bedanken uns bei:

Scharf links (http://www.scharf-links.de/91.0.html) und

Heide-Bote (http://www.heide-bote.de/) für die Veröffentlichung unserer Pressemitteilungen

SBN: Unsere Pressemitteilung vom 25.01.2020:
Vorläufige Schließung der Geburtsstation Grevenbroich
Soziales Bündnis kritisiert Entscheidung
Nach Mitteilung des Erft-Kuriers (Samstag-Ausgabe 23.01.2021), ist die kurzfristige Schließung der Geburtsstation Grevenbroich zum 1. Februar 2021 vorgesehen. Begründet wird diese Maßnahme mit dem Mangel an Fachpersonal. Bedingt durch den erhöhten Arbeitsaufwand des Personals während der Corona-Krise hätte sich die Lage zugespitzt.
 
Die Geschäftsführung begründet diesen Schritt u.a. auch mit der mangelnden Kapazitätsauslastung der Geburtsstation. Hierzu sagte der Chefarzt Dr. Noe (Zitat) „Für kleine Kreißsäle ist es kaum noch zu leisten, rund um die Uhr ein komplettes Team aus Entbindungshelfern und Hebammen vorzuhalten – für manchmal nur eine oder sogar keine Geburt am Tag.“ (Quelle: Samstags-Ausgabe Erft-Kurier )
 
Schon 2017 stand die Geburtsstation zur Disposition. Damals wurden „finanzielle“ Gründe ins Feld geführt.
Die Corana-Epedimie legt die Schwächen des Gesundheitssystems offen. Durch eine gewinnorientierte Gesundheitspolitik, die in erster Linie Profite zum Ziel hat, wurden die Personalkosten gesenkt. Gut ausgebildete Kräfte wanderten in andere Berufe ab. Die Rekrutierung von Nachwuchskräften wurde zu einem existentiellen Problem des Gesundheitssystems. Das Personal stößt an seine Leistungsgrenzen.
 
Es ist u.E. bemerkenswert, dass der Chefarzt Dr. Noe (laut Erft-Kurier) den akuten Fachkräftemangel mit der mangelnden Auslastung der Geburtsstation in Verbindung bringt. Die Argumentation, dass rund um die Uhr ein Geburtshelferteam vorgehalten werden muss, und dies auch bei wenigen Geburten, erinnert daran, dass die Stadtfeuerwehr wegen „zu weniger Einsätze“ abgeschafft wird.
 
Die Aufrechterhaltung der Geburtsstation ist ein Teil der Daseinsfürsorge. Des weiteren ist sie als Bestandteil der „weichen Standortfaktoren“ für die Stadt Grevenbroich und die umliegenden Kommunen von Bedeutung. Ein ortsnahe Betreuung von werdenden Mütter ist für eine optimale Versorgung unabdingbar.
 
Ob es sich letztendlich bei der Schließung um eine „temporäre Maßnahme handelt, darf bezweifelt werden. Der Fachkräftemangel ist ein langfristiges Problem. Auch sehen wir die sehr kurzfristige Entscheidung der Geschäftsleitung kritisch. Die Probleme waren schon seit einiger Zeit bekannt. Hinzu kommt, dass kein konkretes „Zeitfenster“ für die Wiedereröffnung genannt wird.
 
Verliert das Krankenhaus Grevenbroich endgültig die Geburtsstation, ist das eine weitere Schwächung des Mittelzentrums Grevenbroich. Die Auslagerung u.a. des städtischen Ausländeramtes und der städtischen Betreuungsstelle hat den Standort geschwächt.
 
Im September 2020 hat uns der Bürgermeister der Stadt Grevenbroich, Herr Krützen, im Rahmen eines Info-Gespräches mit dem SBN den Erhalt des Krankenhausstandortes Grevenbroich zu gesichert.
 
Das „Beispiel Grevenbroich“ zeigt deutlich, dass die profitorientierte Gesundheitspolitik, unser Gesundheitssystem und damit auch den „sozialen Frieden“ gefährdet.
gez. Heiner Lindgens                        gez. Thomas Bovermann
1.Vorsitzender                                          3.Vorsitzender

 

SBN-Journal

Übrigens.....

für Bildung sieht der aktuelle SGB II-Regelsatz (Hartz IV) monatlich 1,61 € vor. (In Worten: Ein Euro und einundsechzig Cent-MONATLICH!